Tradition und Moderne: Der Bregenzerwald

Zwei Stunden von München entfernt, hinter dem Pfänder und unweit vom Bodensee entfernt beginnt ein ganz besonderer Fleck Erde: der Bregenzerwald. Geographisch gesehen ist der Bregenzerwald eine Region in Vorarlberg, die sich zwischen Hochtannbergpass und der Bregenzer Ach südöstlich von Bregenz erschließt. Neben einem schier endlosen Netz an Wanderwegen und Radtouren lockt der Bregenzerwald mit Handwerkskultur, Kunst und Kulinarik. Dem einen oder anderen mag die Käsestrasse Bregenzerwald ein Begriff sein. Im Winter locken die Skigebiete um Mellau, Schoppernau, Diedamskopf und Warth. Damüls gilt als eines der schneereichsten Skigebiete der Alpen.

Das besondere an dieser Region ist die behutsame Integration von moderner Architektur in die traditionsreichen Orte. Der bregenzerwälder Holzbau ist über die Grenzen von Österreich hinweg bekannt und beliebt. Ohne dass es den Betrachter stört, stehen hier jahrhundertealte Bauernhäuser neben moderner und puristischer Architektur. Das Bindeglied zwischen alt und neu ist oft das Holz.

Im Juni 2013 zog es mich nach Vorarlberg. In den letzten 2, 5 Jahren habe ich unendlich viele Ausflüge in den Bregenzerwald unternommen: hier sind ein paar Tipps!

Werkraum Bregenzer Wald
Der Werkraum in Andelsbuch ist ein Haus für das Handwerk im Bregenzerwald. Von Peter Zumthor erbaut, ehrt er die vielen Handwerksbetriebe in der Region und ist Showroom, Museum und Kulturzentrum in einem.

Die Bushaltestellen von Krumbach
Das Projekt BUS:STOP Krumbach ist exemplarisch für den Umgang mit Tradition und Moderne im Bregenzerwald. 2014 hat die kleine Gemeinde in einem ganz besonderen Prozess neue Bushaltestellen erhalten, die meisten sind aus Holz. So traten 7 ausgewählte, internationale Architekturbüros aus Russland, Norwegen, Belgien, Spanien, Chile, Japan und China in Dialog mit den Menschen, der Landschaft und der lokalen Baukultur- und Handwerkstradition des Bregenzerwaldes.  Von internationalen Architekten entworfen wurden die Bushaltestellen von Handwerkern aus der Region umgesetzt. Eine Fahrt durch Krumbach lohnt sich. Im Sommer lässt sich die Strecke auch super mit dem Rennrad ab Dornbirn fahren.

Vorsäßsieldung Schönenbach
Die Vorsäßsiedlung im Hinterbregenzerwald ist ein Ort der Ruhe und Erholung. Das Häuserensemble auf 1050 HM ist Teil der traditionellen Dreistufenlandwirtschaft: im Frühjahr und Herbst weiden hier die Kühe bevor es auf die Alm oder wieder zurück ins Tal geht. Auf grünen Wiesen, durch die sich ein Bach schlängelt, stehen schöne alte Höfe und Häuser, die im Sommer bewohnt sind. Lohnenswert ist eine zweistündige Wanderung, die den Ort weitläufig umrundet. Zum Schluss lohnt sich die Einkehr im renovierten Jagdgasthaus Egender, die Käsknöpfle (auch bekannt als Käsespätzle) sind sensationell.

 

Weitere Informationen über die Region www.bregenzerwald.at

 

 

 

 

Die Lower Eastside zu Gast in Schwabing: Occam Deli

20140623_124631In der Occamstraße in Schwabing gibt es seit einiger Zeit ein neues Restaurant: Das Occam Deli. Ganz nach dem Konzept will das Occam Deli die Wünsche seiner Gäste zu jeder Tageszeit zufrieden stellen: Denn „Deli kommt von Delikatessen und Delis haben ihren Ursprung in der Lower East Side auf Manhattan, New York. Sie bieten Delikatessen der jüdischen, amerikanischen, italienischen, französischen oder orientalischen, schlichtweg kosmopolitischen Küche an. Und sie mischen sie mit den Ansprüchen des New Yorker Straßenlebens. Man kann also frühstücken, zu Mittag oder zu Abend essen, die nötigsten Grundnahrungsmittel einkaufen, so wie Speisen und Getränke mitnehmen.“ New York in Schwabing? Viel Theorie für ein Restaurantkonzept.

20140623_125623Beim Mittagessen kommt es vor allem auf zwei Dinge an: als Gast sollte man nicht zu lange auf das Essen warten, die Speisen sollten aber trotzdem ausgewogen und frisch sein. Dieser Balanceakt gelingt dem Occam Deli aber recht gut. Neben der Speisekarte wartet auf den Besucher täglich ein wechselndes Mittagsmenü – immer mit frischen und durchaus außergewöhnlichen Zutaten. Begeistert war ich von meiner Tarte mit Feigen, Limetten-Crème fraîche  und dem grünen Wildkräutersalat. Dazu gab es eine selbstgemachte Limonade. Schön frisch an einem heißen Sommertag. Ebenso fein war das Risotto mit Garnelen. Wer dann noch nicht satt ist oder noch Zeit hat, dem möchte ich die Kuchentafel empfehlen. Auf einem grossen Holztisch finden sich allerhand Kuchen und Torten. Bei dem Anblick läuft einem wirklich das Wasser im Mund zusammen.

20140623_125628Die Theorie hat das Occam Deli gut umgesetzt und ist für ein Mittagessen eine tolle Wahl. Morgens und auch abends habe ich es noch nicht besucht aber auch da wird sicher allerhand auf den Tisch gezaubert. Laut Karte ist das Konzept hier ähnlich wie in einem Tapas Lokal: viele kleine Gerichte, die man sich an einem Tisch teilt. Das klingt sehr vielversprechend. Gemütlich ist es in dem geräumigen, mit viel Holz gestalteten Lokal allemal. Und von der Lage her ein toller Ausgangspunkt für einen Spaziergang im englischen Garten.

Occam Deli
Feilitzschstr. 15
80802 München

www.occamdeli.com